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Konflikte in der Familie – warum man das Eisen schmieden sollte, wenn es kalt ist

Konflikte gehören zum Familienleben dazu – besonders, wenn Kinder in die Pubertät kommen. Unterschiedliche Bedürfnisse, wachsender Wunsch nach Selbstständigkeit und elterliche Sorge treffen oft frontal aufeinander. Gespräche enden dann schnell in Vorwürfen, Rückzug oder lautem Streit.

Aus systemischer Sicht lohnt sich ein Blick auf das Zusammenspiel aller Beteiligten:Nicht „der Teenager ist schwierig“ oder „die Eltern sind zu streng“, sondern das Miteinander gerät aus dem Gleichgewicht. Jeder reagiert auf den anderen – und verstärkt damit oft ungewollt den Konflikt.

Ein wichtiger Grundsatz lautet:„Schmiede das Eisen, wenn es kalt ist.“

Das bedeutet:Schwierige Themen sollten nicht im Moment der Wut, Enttäuschung oder Eskalation angesprochen werden. Wenn die Emotionen hochkochen, ist das Gehirn im Alarmmodus – echtes Zuhören und Verstehen sind dann kaum möglich.

Gerade bei Gesprächen mit Teenagern ist der richtige Zeitpunkt entscheidend:

  • nicht zwischen Tür und Angel

  • nicht während eines Streits

  • nicht, wenn jemand überfordert oder müde ist

Besser ist ein ruhiger Moment, in dem keine akute Spannung in der Luft liegt. Zum Beispiel bei einem Spaziergang, im Auto oder in einer entspannten Alltagssituation. Dann können Fragen gestellt werden wie:

  • „Was war dir in der Situation wichtig?“

  • „Was hat dich so wütend gemacht?“

  • „Was hättest du dir von mir gewünscht?“

So entsteht Raum für gegenseitiges Verstehen statt für Schuldzuweisungen.Systemisch betrachtet verändert schon ein kleines Element – etwa der Gesprächszeitpunkt oder der Tonfall – oft das gesamte Miteinander.

Konflikte sind keine Störung, sondern Hinweise auf Entwicklung.Wenn Familien lernen, nicht im heißen Moment zu reagieren, sondern im kühlen Zustand miteinander zu sprechen, wird aus Streit eine Chance: für Wachstum, mehr Verständnis und neue Wege im Zusammenleben.

Streit in der Familie
Streit in der Familie

 
 
 

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